Jürgen Hardt ist Bundestagsabgeordneter für den Bundestagswahlkreis 103 (Solingen / Remscheid / Wuppertal II).
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Sonntag, 12. Mai 2002

Gesellschaft muß Eltern bei der Erziehungsaufgabe beistehen

Mütter und Väter leisten unschätzbaren Beitrag bei der Vermittlung von Werten

Tief erschüttert und betroffen von der Bluttat von Erfurt zeigt sich auch noch zwei Wochen nach den schrecklichen Ereignissen im Gutenberg-Gymnasium die Vorsitzende der Frauen-Union Wuppertal, Claudia Schmidt. Gerade am heutigen Muttertag sei es anzeigt, so Schmidt, den entscheidenden Beitrag der Mütter und Väter zur verantwortungsvollen Kindererziehung hervorzuheben. Die Gesellschaft müsse den Eltern bei dieser Aufgabe ihre volle Unterstützung geben. Erziehung sei eben mehr als Wissensvermittlung, hier gehe es insbesondere auch um die Vermittlung von Werten und Einstellungen. Als erstes Glied in der Erziehungskette schafften Eltern ein Klima von Nähe, von Vertrauen und Geborgenheit. Bei der Konfliktbewältigung könnten sie ihren Kindern gangbare Lösungsmöglichkeiten aufzeigen und ihnen helfen, Probleme positiv zu kanalisieren. Sie böten Rückhalt in Situationen, die junge Menschen seelisch überforderten. Mütter und auch Väter leisteten hier unschätzbar wertvolle Arbeit. "Den Eltern muss dabei die aktive Unterstützung von Politik und Gesellschaft gewiss sein", fordert Schmidt. "Es gilt, ein Klima zu schaffen, das deutlich kinder- und familienfreundlicher ist als heute." Das Bewusstsein für den entscheidenden Beitrag der Mütter und Väter bei der Wertevermittlung müsse fest in der Gesellschaft verankert werden. "Langfristig, nicht nur am Muttertag", mahnt Schmidt.
Auch die Medien seien in der Verantwortung. Die erschreckende Tat von Erfurt zeige die Notwendigkeit eines gesamtgesellschaftlichen Pakts gegen Gewalt verherrlichende Filme und Computerspiele. Nachhaltiges Umsteuern innerhalb der Gesellschaft könne das Bewusstsein gegen Gewalt in den Medien stärken. Die Eltern stünden so mit ihrer Erziehungsaufgabe nicht allein.
Die Rote-Karte-Aktion "Gewalt beginnt im Kopf - setzen wir unser Signal dagegen!", ins Leben gerufen durch die Bundesvorsitzende der Frauen-Union, Prof. Dr. Maria Böhmer, sei solch ein Mittel, die Gesellschaft zu sensibilisieren. Die Initiative rufe Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich entschieden gegen die zunehmenden Gewaltdarstellungen in den Medien zu wenden. Wer in einem bestimmten Fall an der Darstellung von Gewalt Anstoß genommen habe, könne so direkt bei den verantwortlichen Jugendschutzbeauftragten der Fernsehsen-der protestieren. Schon in der Vergangenheit habe sich eine Vielzahl von Elterninitiativen, Jugendgruppen und Schulen an der Aktion beteiligt, daneben zahlreiche Bürgerinnen und Bürger. Die Rote Karte sei zu einem Träger des Protestes geworden. Sie habe bereits konkrete Veränderungen bewirkt, wie etwa das Ausstrahlungsverbot von indizierten Filmen durch den Rundfunkstaatsvertrag, löse aber überdies bei Absender und Empfänger auch einen Prozess des Nachdenkens aus. Die Gesellschaft dürfe in ihrem Protest gegen Gewalt in den Medien nicht nachlassen.